Märchen und die Brüder Grimm

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Märchen. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, ob meine Mutti mir viele deutsche Märchen vorgelesen hat, aber ich erinnere mich daran, dass sie mir viele Geschichten erzählt hat. Eine war über diesen Leprechaun (eine Art irischer Kobold), der von einer faulen Bäuerin eingefangen wurde, die sein Gold finden wollte. Jeder weiß, dass Leprechauns sehr knifflig sind und er betrog sie und ging weg. Er sagt in der Erzählung, dass sein Gold unter irgendeinen Kartoffel im Feld der Bauerin versteckte, aber er könnte sich nicht daran erinnern, unter welchem es liegt. Die Bauerin hat alle Kartoffeln hinaufgezogen und es gibt kein Gold. Dazu sagt der Leprechaun, dass das Gold unter irgendeiner Karotte im Karottenfeld sei. Noch einmal gibt es kein Gold. Er macht dies für eine Weile, bis zum Ende des Tages. Ich weiß nicht genau wie er entkommen ist (vielleicht war die Bäuerin zu müde ihn zu stoppen), aber er lief weg. Das interessante Ding ist, dass die faule Bäuerin am Ende des Tages erkannt hat, dass alle ihre Arbeit fertig war. Ich fand das immer lustig. Das ist nur eine bestimmte Erzählung aus meiner Kindheit. Ich habe auch viele Geschichten aus Tausend und einer Nacht gelesen. Die Nächte ist ein Werk, das ich immer gerne lese. Ich erinnere mich an Ali Baba und die vierzig Diebe, Die Abendteuer vom Segler Sinbad  (meine Lieblingsgeschichte aus dem Werk), und auch Andere. Die ursprünglichen Erzählungen wurden auf Arabisch aufgeschrieben (sie waren aber am Anfang mündliche Erzählungen) und ich studiere dieselbe Sprache. Hoffentlich kann ich sie auch auf dieser Sprache irgendwann später lesen. Wirklich können solche Erzählungen überall in der Welt gefunden werden und ich liebe sie.

Wir sprechen aber hier von Märchen, d.h. den deutschen Volksmärchen, die die berühmtesten Erzählungen der westlichen Welt sind. Die Berühmtheit dieser Märchen verdanken wir der lebenslangen Arbeit der Brüder Grimm, die viele deutsche Volksmärchen in ein einziges Werk (Kinder- und Hausmärchen) gesammelt haben. Die zwei Brüder, Jakob und Wilhelm, sind 1785 und 1786 beziehungsweise geboren. Die Beiden sind mit drei Brüdern und einer Schwester in dem Städchen Hanau (in der Nähe von Frankfurt am Main) aufgewachsen. Der Vater der Familie starb 1796 und Jakob, weil er der älteste Junge ist, musste seines Vaters Stelle als Familienoberhaupt übernehmen. Er war nur 11 Jahre alt. Man bemerkte sehr früh, dass die zwei Brüder viele intellektuelle Fähigkeiten besaßen und deswegen erreichten sie viel an der Schule und später in ihrem Leben. Sie studierten später Jura an der Universität Margburg in Hessen (das ist eigentlich etwas, was ihr Vater für sie wünschte, bevor er starb). Die Brüder wurden Mitglieder einer Kunst- und Wissenschaftlergruppe, die die „Heidelberger Romantiker“ hieß. Die romantische Bewegung war eine literarische Bewegung, die die einheimischen deutschen Volkswerke als echte Kunst betrachtete. Diese Bewegung war im Gegensatz zu der hohen Literatur der Oberklasse (d.h. die Beamten des fransösichen Königs und andere reiche Leute). Märchen als Kunst ist deswegen etwas, was die üblichen Leute anzog und etwas, was sie lesen konnten. Die Brüder begannen eigentlich Märchen an der Univeristät zu sammeln und das machten sie immer weiter. Endlich schrieben sie Kinder- und Hausmärchen, ein Buch, das aus vielen ursprünglich mündlichen Volkserzählungen bestand. Während der Schreibprozess wurden die Märchen ihnen erzählt und später wurden grammatische Fehler korrigiert. Manchmal vereinfachten die Brüder die Märchen oder wenn es zwei oder mehr Erzählungen derselber Geschichte gab, wählten sie die Beste (die Erzählung, die ihnen am meisten gefiel). Die Brüder haben auch andere wichtige Sachen in ihrem Leben gemacht. Sie waren Mitglieder der sogenannten „Göttinger Sieben“, die gegen den König des Landes Hanovers protestierten, durch ihr Kündigen ihrer Stellen als Professoren an der Universität Göttingen. Sie dienten später auch als Professoren an der Friedrich-Wilhelm Universität in Berlin. Jakob Grimm schrieb auch Deutsche Grammatik (vielleicht das erste Grammatikbuch der deutschen Sprache) und auch Germanische Mythologie und die Geschichte der Deutschen Sprache. Jakob starb im Jahre 1863 und Wilhelm im Jahre 1859 in Berlin.

Ich weiß nicht genau was mein Lieblingsmärchen aus Kinder- und Hausmärchen ist. Wenn ich eins wählen müsste, würde ich Hans im Glück wählen. Ich find dieses Märchen ein bißchen lustig und wir alle kennen die Handlung. Hans diente seinen Meister seit sieben Jahren lang und für seinen Dienst bekommt er ein schweres Stück Gold als Lohn. Hans geht auf den Weg, zu seiner Mutter zurück. Das Gold ist aber schwer und er tauscht es mit einem Reiter auf dem Weg für sein Pferd, weil es zu schwer für ihn ist. Das Pferd aber ist zu wild für Hans. Deswegen tauscht er es für eine Kuh, damit er Milch und Butter bekommen darf. Die Kuh ist alt und kann nicht ihm Milch geben deshalb tauscht er sie für ein Schwein und so weiter bis er nur einen Wetzstein hat, der am Ende in einen Brunnen fällt. Hans aber geht endlich nach Hause und zu der Mutter und er ist noch fröhlich. Nicht mit weltlischen Sachen beschäftigt zu sein und sich begnügen, mit dem man hat, ist eine sehr gute Eigenschaft. Aber ich glaube noch, dass Hans seine Sachen ein bißchen klüger benutzen sollen hätte.

Ich habe am Gymnasium (d.h. „High School“, es gibt keinen Gymnasium im deutschen Sinn hier in Amerika) Schneewitchen auf Deutsch gelesen. Ich fand dieses Märchen interessant aber noch ein bißchen gruselig. In meinem Land gibt es diesen Stereotyp, dass Märchen immer gruselig sind und das ist wahr auf einer Art und Weise für dieses Märchen. Im Disney-Film „Snow White“ wird Schneewitchen mit dem Apfel vergiftet, aber in der ursprünglichen Geschichte wird sie dreimal fast getötet und es war nur das letzte Mal (der Giftapfel), durch den sie wirklich „tod“ war (bis der Prinz ankommt). Das wirklich gruselige Ding ist die Bestrafung der bösen Königin. Sie muss in diesen glühenden Eisenschuhen tanzen, bis sie tod zur Erde fällt. Ouch! Sie hätten sie mit einem Schwert todschlagen können, aber nein, sie muss leiden. Vielleicht gibt es eine Moral hier: Neid (die echte Sünde der Königin) ist kein gutes Ding und man soll ihn vermeiden. Man kann auch nicht Hänsel und Gretel vergessen. Die Hexe wollte sie verzehren, und wie die böse Königin, starb im Feuer ihres eigenen Ofens. Ja, das ist Märchengerechtigkeit, aber noch sehr gruselig!

Bibliograph

Die Brüder Grimm.“ Planet Wissen. DWR, SWD und ARD – alpha, 2015. Web. 4 Feb. 2015.

Gebrüder Grimm/ Brüder Grimm.“ Dieter Wunderlich: Buch- und Filmtipps. Dieter Wunderlich, 2012. Web. 4 Feb. 2015.

Schumann, Willy, ed. Grimms Märchen – Grimm´s Fairy Tales. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, Insel Verlag, 1982. Print.

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